Was ist Yoga

Fast jeder in unserer westlichen Welt hat schon mal etwas von Yoga gehört.

Yoga ist stark im Trend heißt es, und es gibt kaum einen Ort, wo es noch nicht die Möglichkeit gibt, einen Yogakurs zu besuchen.

Auch in der Werbung wird Yoga oder Abbildungen von Menschen in Asanas dazu genützt, dem Produkt – egal ob Yoghurt oder Thermalbad – einen besonders gesunden und wohltuenden „Anstrich“ zu verleihen.

Kein Wunder, dass daher auch fast jeder zu wissen vermeint, was Yoga ist. Während es die einen mit „Entspannung“ assoziieren, so verbinden die anderen damit „Meditation“ und wieder andere einfach körperliches Wohlbefinden, Fitness und mit sich im Einklang sein.

Yoga ist all das, aber noch viel mehr. Yoga kann sehr viel für den Körper und seine Gesunderhaltung tun, geht aber weit über die körperliche Ebene hinaus.

Der Körper wird bei Yoga gemeinsam mit der Atmung als Mittel eingesetzt, um zu ganzheitlichem Heil zu gelangen.

Der Begriff „Yoga“

Der Begriff „Yoga“ leitet sich von der Sanskritwurzel „Yuj“ (gesprochen Judsch) ab.

Yuj bedeutet:

a) Verbindung, Vereinigung

b) Joch: Wie es für das Anschirren von Zugtieren verwendet wurde


Daraus lassen sich zwei Interpretationen ableiten

ad a) Verbindung, Vereinigung:

a1) Interpersonell und transzendent: Yoga als Erfahrung der Einheit, der Einswerdung (z.B. mit einer Gruppe aber noch viel mehr mit dem Höheren, dem Göttlichen)

a2) Intrapersonell: Das In-Einklang-Bringen von Körper, Geist und Psyche, das Ausbalancieren unserer männlichen und weiblichen Aspekte (Pingala und Ida)

Das Einswerden mit unserer Natur, unserem wahren Selbst genauso wie mit der Natur

Ad b) Joch:

Das „Unterjochen“ des unruhigen Geistes und der menschlichen Triebe durch die Schulung der Konzentration, Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Selbstdisziplin


Entwicklung des Yoga

Yoga ist eine Wissenschaft aus Indien und ist mindestens 5000 Jahre alt. Das von uns im Westen übernommene Yoga hat seine Wurzeln im Tantra (500-1300 n. Chr.), ist also „nur“ um die 1000 Jahre alt. Im Tantra wurde erstmals der Körper nicht als  Hindernis auf dem Weg zur Erleuchtung gesehen, sondern als eines der Mittel dazu.

Im Tantra werden Körper- und Atemübungen bewusst als Mittel zur Vervollkommnung des Menschen, für Wachstum und Transzendenz eingesetzt. Diese Techniken sind die Basis für die uns im Westen bekannten Hatha-Yoga-Übungen.

© Mag. Charmaine Wolf 2018